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Was ist vegane Kleidung?

Näherinnen in GOTS zertifizierter Fabrik

Die Bezeichnung vegan hält auch in der Modebranche Einzug. Anbieter und Hersteller werben immer häufiger mit veganer Mode. Was genau verbirgt sich hinter veganer Mode? Wird durch den Kauf von veganer Kleidung eine lebenserhaltende Wirtschaftsweise unterstützt?

Oftmals ist nicht klar, an welchen Stellen der Begriff Sinn macht und wo nur das Gewissen beruhigt wird – ohne tatsächlichen Nutzen für Umwelt und Mensch. Es verlangt Zeit, das Thema durchzudenken und transparent zu machen.

Sicher ist: YOGANA.world verwendet für die Yogakleidung und Loungewear zu 100 Prozent Stoffe aus GOTS-zertifizierten Materialien. Sämtliche Fasern, die nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert sind, stammen aus kontrolliert biologischem Anbau bzw. kontrolliert biologischer Tierhaltung. Alle Prozesse unterliegen strengen Prüfkriterien und Anforderungen.

Da viele einzelne Schritte notwendig sind, um ein Kleidungsstück herzustellen, ist es als Verbraucher wichtig, die Zusammenhänge zu verstehen. Nur so kann ein Bewusstsein für Mensch und Natur entlang der gesamten Wertschöpfungskette geschaffen werden.

Was ist vegan?

Vegan kann als Philosophie, Denkansatz oder Lebensstil verstanden werden, dessen Ziel es ist, durch den Verzicht von Produkten aus tierischem Ursprung Ausbeutung und Gewalt zu reduzieren und eine respektvolle Umgangsform im Einklang mit dem Lebendigen zu etablieren.

Die Bezeichnung vegan wird etwa bei Lebensmitteln, kosmetischen Produkten, in der Modebranche oder bei Einrichtungsgegenständen verwendet und ist eine Weise (von vielen) der inneren Haltung, dem Leben in Achtsamkeit zu begegnen.

Zur Orientierung: Gemäß der Definition der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission (Quelle) sind vegane Produkte solche,

„die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine Zutaten, Inhaltsstoffe oder Komponenten (einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen, Duftstoffe, Enzyme) oder Verarbeitungshilfsstoffe […] in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form zugesetzt […] worden sind.“

Was bedeutet vegane Mode?

Vegane Kleidung bedeutet, dass die verwendeten Materialien nicht von einem Tier stammen und in der weiteren Herstellung des Kleidungsstückes keine tierischen Zusätze verwendet werden. Vegane Kleidung ist vom Rohstoff über die Produktion bis hin zu Applikationen (= dekorative Elemente, die ein Kleidungsstück optisch aufwerten) auf dem Textil frei von tierischen Bestandteilen.

Vegane Materialien in der Textilindustrie sind zum Beispiel

  • Baumwolle
  • Viskose
  • Leinen
  • Hanf
  • Lyocell/ Tencel oder
  • synthetische Stoffe wie Polyester

Reisverschlussanhänger lassen sich im veganen Sinn als Alternative zu Leder zum Beispiel aus Kork oder Baumwolle herstellen. Auch bei den Nähgarnen ist auf die Zusammensetzung zu achten. Es gibt zahlreiche Garne, die aus rein pflanzlichen Fasern bestehen oder synthetischen Fasern, die ebenfalls als vegan gelten.

Verwendung tierischer Zusätze und Hilfsstoffe in der Textilindustrie

In der klassischen Textilherstellung kommen während der Produktion tierische Bestandteile, wie etwa Enzyme, Talg, Wachse, Leime oder Eiweiße zum Einsatz. Hilfsstoffe in der Nassveredelung, Kleb- oder Farbstoffe oder Weichmacher für Nähgarne können zum Beispiel tierische Inhaltsstoffe enthalten.

Als Verarbeitungshilfsstoff gilt etwa die sogenannte Schlichte, ein spezielles Mittel, welches im Prozess des Webens verwendet wird, um die Garne für den Webvorgang widerstandsfähiger zu machen. Dieses Mittel besteht oft aus Stärke, welches zum Beispiel mit Wachs (nicht vegan) als Zusatz vermengt wird und somit nicht vegan sein kann.

Es gibt Stoffe, die mit Tierkohle behandelt werden oder Stoffe, die mit tierischen Stoffen, wie Gelatine oder Fischblase geklärt werden. In der Herstellung von Nähgarnen können etwa tierische Fettsäuren eingemischt werden, da die Garne so besonders glatt werden und sich leichter verarbeiten lassen.

In Farbstoffen können tierische Bestandteile enthalten sein, meist sind dies Bindemittel wie Karmin oder Schellack, beides tierische Produkte von Läusen. Tierische Fette können bei veganer Kleidung durch rein pflanzliche Fette ausgetauscht und bei Farben kann auf natürliche Farben zurückgegriffen werden.

Problemstellen nicht-veganer Mode

Klassische nicht vegane Materialien sind etwa Leder, Wolle, Seide, Pelz oder Daunen. Ein Kritikpunkt nicht-veganer Materialien sind die würdelosen Praktiken, welche eingesetzt werden können, um das gewünschte Material zu erhalten – meist mit verheerenden Folgen für die Gesundheit der Tiere und der Umwelt. Darunter fallen beispielsweise Reptilleder oder Echtpelz.

Entsprechendes Marketing kennzeichnet Produkte (über die Modebranche hinaus) als „natürlich“ oder „umweltfreundlich“, auch wenn dies nicht der Wahrheit entspricht und es sich um leere Worthülsen handelt. Unser Beitrag zum Greenwashing ist hier nachzulesen.

Die Produktionsbedingungen bei der Herstellung von Textilien genau zu betrachten ist unerlässlich, ist die Qualität eines Produktes von Interesse. So lässt sich die Art der Tierhaltung, der Einsatz von Chemie oder die Höhe des CO2-Ausstoßes während der Produktion eines Kleidungsstückes einschätzen. Wie bei so vielem kommt es auf das WIE an und letztlich ist die innere Haltung eine freie Entscheidung des Individuums.

Vegane Mode bedeutet nicht automatisch tierversuchsfrei

Konsequent gedacht: Eine Form der Mode, die ausschließlich auf Materialien und Zusätze tierfreien Ursprungs zurückgreift, müsste ebenso auf Tierversuche verzichten, um keinen Knick in der Logik zu erzeugen. Einzelne Bestandteile eines Produktes können an Tieren getestet worden sein, obwohl ein Produkt als vegan betitelt wird – nicht nur bei Kosmetikprodukten, auch in der Modebranche.

Im Bereich der Textilindustrie können sehr verdeckt Tierversuche stattfinden. So kann es vorkommen, dass Pestizide, die im konventionellen Anbau von Baumwolle genutzt werden, vorab an Tieren getestet wurden. Auch bei anderen Komponenten wie etwa Farb- und Klebstoffen kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese an Tieren getestet wurden.

Aussagekräftige Zertifikate für vegane Kleidung

Die Tierschutzorganisation PETA (People for Ethical Treatment of Animals) hat für die Modeindustrie ein Label entwickelt, welches Verbrauchern ein klares Signal über eine tierfreundliche Mode liefert. Das PETA-Approved Vegan Zertifikat kennzeichnet nicht nur Kleidung, sondern auch Taschen, Schuhe oder Accessoires als vegan und stellt zudem sicher, dass keine Tierversuche stattgefunden haben.

Das V-Label der Europäischen Vegetarier-Union kennzeichnet vegane und vegetarische Produkte. Auch Textilien schaffen durch die Zertifizierung Transparenz und Glaubwürdigkeit und bieten Verbrauchern eine Orientierungshilfe. Textilien, die mit dem V-Label gekennzeichnet sind, bestehen zu 100 Prozent aus tierfreien Materialien bzw. sind frei von tierischen Hilfsstoffen. Für Produkte mit dem V-Label dürfen durch den Hersteller keine Versuche an Tieren durchgeführt werden oder in Auftrag gegeben worden sein. Dies gilt sowohl für den inländischen Markt als auch für den ausländischen Markt.

Echte Unternehmensverantwortung versus Greenwashing

Wichtig ist, dass Siegel unterschiedlichen Kriterien folgen. Daher muss ein Gesamtspektrum betrachtet werden, um eine Aussage über die Umwelt- und Sozialverträglichkeit von Textilien machen zu können.

Ein als vegan gekennzeichnetes Textil sagt nicht automatisch etwas über die Produktionsbedingungen (z.B.: faire Löhne, keine Kinderarbeit) aus, wie groß der ökologische Fußabdruck ist oder wie stark Wasser, Boden und Luft während des Anbaus, der Produktion und des Transportes belastet wurden.

Generell ist zu berücksichtigen, dass bei fehlenden rechtlichen Standards und Zertifizierungen – gerade im Bereich der Fast Fashion Industrie – natürliche Ressourcen und die Würde des Menschen erheblich ausgebeutet und missachtet werden. Dies betrifft alle Materialien, ob vegan oder nicht – außer es gibt vertrauenswürdige Siegel, die alle Schritte entlang des gesamten Entstehungsprozess eines Textils, prüfend in den Blick nehmen, zertifizieren und den Verbrauchern transparent machen.

Vorteile des GOT-Standards

Sämtliche Fasern stammen gemäß der GOTS Zertifizierung aus kontrolliert biologischem Anbau oder aus kontrolliert biologischer Tierhaltung. Alle Produktionsschritte unterliegen strengen Prüfkriterien. Mindestens 95 Prozent der Produktfasern müssen nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) aus Naturfasern bestehen.

GOTS-zertifiziert bedeutet nicht automatisch vegan. Durch den GOT-Standard sind für die Anbauweise und in Folge für die weiteren Produktionsprozesse eines Kleidungsstückes sehr hohe Qualitätskriterien festgelegt. Alle zugelassenen chemischen Einsatzstoffe (wie zum Beispiel Farbstoffe, Hilfsmittel und Prozesschemikalien) müssen grundlegende Anforderungen an Toxizität und biologische Abbaubarkeit erfüllen. Daneben finden soziale Kriterien eine wichtige Bedeutung.

So sind bei GOTS-zertifizierter Kleidung nur Bleichmittel zugelassen, die auf Sauerstoff basieren (keine Chlorbleiche). Azofarbstoffe, die krebserregende Aminverbindungen freisetzen, sind durch den GOT-Standard verboten. Auf diese Weise gelangen nur pestizidfreie Stoffe an die Haut.

Ein weiteres Kriterium des GOT-Standards ist die Abwasserbehandlung. Betreffende Betriebe müssen über eine funktionierende Kläranlage verfügen, wodurch sichergestellt wird, dass keine Chemikalien in die Natur geleitet werden. Dieser Blogbeitrag zeigt die Vorteile GOTS-zertifizierter Bio Baumwolle auf: Vorteile GOTS-zertifizierter Bio Baumwolle

YOGANA.world – 100 Prozent GOTS-zertifizierte Yogakleidung und Loungewear

Alle Materialien der Yogakleidung und Loungewear von YOGANA.world stammen zu 100 Prozent aus biologischem Ursprung höchster Qualität und sind nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert. Neben unserer Yogakleidung und Loungewear aus GOTS-zertifizierter Bio Baumwolle sind Nähgarne oder Kordeln ebenfalls aus Bio Baumwolle und GOTS-zertifiziert.

Ein weiteres wesentliches Kriterium von YOGANA.world ist, dass unsere Yogakleidung und Loungewear in Deutschland produziert wird und wir über unseren Kooperationspartner Lebenskleidung hinsichtlich der Herkunft der Stoffe Transparenz schaffen. Dank der kurzen Produktionswege entsteht ein weitaus geringerer CO2-Ausstoß – im Vergleich zu Textilien, die in verschiedenen Ländern rund um den Globus hergestellt werden.

YOGANA.world produziert im Sinn einer Bewusstseinskette über alle Entwicklungs- und Entstehungsprozesse hinweg und steht für Individualität, Lebensfreude und Nachhaltigkeit.

Antonia Amrei Witt ist Freie Journalistin und Autorin - https://antonia-witt.de/

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